Beiträge von Boxenluder

    Die Plätze sind vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi weitesgehend bezogen. Nur noch im Mittelfeld wird um die Positionen gerangelt. Für Sebastian Vettel ist es trotzdem wichtig, vor der Winterpause noch ein Ausrufezeichen zu setzen.


    Zweimal 90 Minuten und einmal 60 Minuten Training, ein letztes Qualifying und Rennen: Die Formel 1-Saison 2018 schließt an diesem Wochenende in Abu Dhabi ab. Die Fahrer-Weltmeisterschaft ist schon seit Mexiko entschieden. Der Konstrukteurspokal ist seit Brasilien in den Händen von Mercedes. Nur um einzelne Positionen wird noch gerangelt.

    In der Fahrerwertung liegen Räikkönen, Bottas und Verstappen auf den Plätzen drei bis fünf nur durch 17 Punkte getrennt. Auch die Frage nach dem besten Mittelfeldpiloten wird in Abu Dhabi beantwortet. Hier geht Nico Hülkenberg mit 11 Zählern Vorsprung vor seinen Verfolgern in das letzte Rennen. In der Teamwertung sind die meisten Positionen bezogen. Spannung herrscht nur noch im Duell um Rang 7 zwischen Sauber und Force India. Die Schweizer müssen 7 Zähler gutmachen, um nächstes Jahr rund 3,5 Millionen Euro mehr aus den Prämientöpfen von Liberty Media zu erhalten.

    Neben den WM-Punkten geht es bei Start in der Dämmerung natürlich auch noch einmal um einen Grand-Prix-Sieg. Die Spitzenfahrer können wie schon in Brasilien frei auffahren. Hamilton strebt nach seinem elften Saisonsieg. Vettel nach seinem sechsten. Der Heppenheimer konnte zuletzt in Belgien feiern. Ein Erfolg kurz vor der Winterpause wäre Balsam auf die Seele des Ferrari-Piloten, der sich in den letzten Wochen viel Kritik anhören musste. Ein besonderes Rennen ist es auch für Fernando Alonso, der sich nach seinem 312. Grand Prix von der Formel 1 verabschiedet.


    Die Strecke: Yas Marina Circuit




    Bei der Einweihung 2009 wurde der Yas Marina Circuit mitten in der Wüste als achtes Weltwunder gefeiert. Mittlerweile hat man sich an den Anblick der glitzernden Formel-1-Oase fast schon gewöhnt. Mehr als eine Milliarde Euro durfte der deutsche Streckendesigner Hermann Tilke angeblich im feinen Sand rund um den Yachthafen verbuddeln, was den Yas Marina Circuit zum teuersten Grand-Prix-Kurs der Welt macht.

    Vom Layout konnte die Strecke in Abu Dhabi die Fans bisher noch nicht von den Sesseln reißen. Trotz zwei langen Geraden im Mittelsektor gestaltet sich das Überholen eher schwierig. Unvergessen bleibt Vitaly Petrovs Verteidigungsschlacht, die maßgeblich zu Vettels erstem Titelgewinn 2010 beigetragen hatte. Trotz eines deutlich schnelleren Autos kam Fernando Alonso im Ferrari damals nicht am Russen im Renault vorbei. Erst die Einführung der DRS-Zonen 2011 linderte das Problem. Sebastian Vettel tankte sich 2012 aus der Boxengasse durch das Feld bis auf das Podium.


    Fast Facts zum GP Abu Dhabi:




    • Streckenlänge: 5,554 Kilometer
    • Rundenzahl: 55
    • Startzeit: 17.10 Uhr Ortszeit (14.10 Uhr MEZ)
    • Rundenrekord im Rennen: 1:40.279 Min. (Sebastian Vettel – Red Bull RB5, 2009)
    • Absoluter Rundenrekord: 1:36,231 Min. (Valtteri Bottas, Mercedes W08, 2017)
    • Top-Speed: 336 km/h
    • Längste Vollgaspassage: 1.200 Meter ( zwischen Kurve 7 & 8 )
    • Distanz von der Startlinie bis zur ersten Kurve: 304,5 Meter
    • Länge der Boxengasse: 359,3 Meter
    • DRS-Zonen: auf den Geraden vor Kurve 8 und 11
    • Reifenwahl: hypersoft / ultrasoft / supersoft
    • Reifenverschleiß: niedrig
    • Bremsenbelastung: hoch
    • Spritverbrauch: niedrig

    Die WM-Titel sind vergeben. Beim GP Brasilien würden Ferrari und Red Bull aber gerne noch einmal ein Ausrufezeichen gegenüber Mercedes setzen. Spannung herrscht auch noch im Mittelfeld. Wir haben die letzten Infos in unserer Vorschau.


    Nur weil Mercedes und Lewis Hamilton in Sachen Meisterschaft schon alles klar gemacht haben, heißt es nicht, dass die letzten beiden Saisonrennen uninteressant werden. Ganz im Gegenteil! Jetzt muss niemand mehr Rücksicht auf die WM-Stände nehmen. Jeder kann befreit angasen. Die meisten Piloten haben nichts mehr zu verlieren. Und die Rennstrecke in Sao Paulo ist ja sowieso immer Garant für Action.

    Das Einschalten zur besten Sendezeit am Sonntag (Start um 18.10 Uhr) lohnt sich auch wegen der noch offenen Fragen in der Teamwertung. Force India würde sich gerne noch auf Rang 6 vorbei an McLaren schieben, im Kampf um Platz 8 liegen Sauber und Toro Rosso nur 3 Zähler auseinander. Und bei Mercedes hofft auf den vorzeitigen Gewinn des Konstrukteurspokals. Wenn Ferrari nicht mehr als 12 Punkte auf die silberne Konkurrenz aufholt, geht der nächste Titel nach Brackley.

    Auch das typisch-launische Wetter könnte wieder dafür sorgen, dass keine Langeweile aufkommt. Vor allem für den Quali-Samstag und den Rennsonntag sind immer wieder Schauer und Gewitter vorhergesagt. Aber auch bei Trockenheit wird es interessant. Die große Frage lautet dann vor allem, ob Mercedes wie in Austin und Mexiko wieder mit erhöhtem Reifenverschleiß zu kämpfen hat.


    Sao Paulo gehört zu den Dinos im Kalender. Schon seit 1972 werden auf der berühmten Strecke in Interlagos (übersetzt: „zwischen den Seen“) Grand Prix Rennen ausgetragen. Damals lag die Piste noch im Brachland vor den Toren der Stadt. Mittlerweile hält die Krake Sao Paulo das 4,309 Kilometer lange Asphaltband fest umschlossen.

    Der Grand Prix von Brasilien war in seiner Geschichte immer wieder Schauplatz berühmter Schlachten. Unvergessen bleibt der erste Heimsieg von Ayrton Senna 1991, bei dem er sich total erschöpft und von Krämpfen geschüttelt auf das Podium schleppte. Auch das Krimi-Finale 2008, als Lewis Hamilton Felipe Massa wenige Meter vor dem Ende den Titel wegschnappte, dürfte vielen F1-Fans noch gut in Erinnerung sein.

    Vom Layout her hat der Autodromo José Carlos Pace alles zu bieten: Lange Vollgaspassagen wechseln sich mit schnellen und langsamen Kurven ab. Zwei DRS-Zonen – auf der Ziel- und der Gegengerade – sorgen stets für viel Action. 800 Meter über Meereshöhe gelegen bedeutet das Rennen auch für die Turbos Schwerstarbeit. Nach den Erfahrungen von Mexiko (2.200 m) sollten die Ingenieure allerdings für diese Herausforderung gewappnet sein.


    Fast Facts GP Brasilien


    • Streckenlänge: 4,309 km
    • Rundenanzahl: 71
    • Renndistanz: 305.355 km
    • Streckenrekord: Rubens Barrichello: 1:11.044 min. (Verstappen, 2017)
    • Top-Speed: 338 km/h
    • Längste Vollgaspassage: 935 Meter (zwischen Kurve 12 & 1)
    • Geringste Geschwindigkeit: 80 km/h (Kurve 10)
    • Distanz von der Pole Position bis zur ersten Kurve: 334 Meter
    • Spritverbrauch: gering
    • Reifenverschleiß: mittel
    • Bremsbelastung: gering
    • Reifenmischungen: supersoft / soft / medium
    • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 70 Prozent

    Lewis Hamilton wird mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit den WM-Titel in Mexiko klarmachen. Doch ob die Meisterfeier mit einem Rennsieg gekrönt wird, ist mehr als fraglich. Ferrari und Red Bull werden Mercedes das Leben schwer machen.


    Nach der Räikkönen-Show in Austin musste man den Meister-Champagner im Silber-Lager wieder ungeöffnet aus dem Kühlschrank holen. Die Party ist um sieben Tage verschoben worden. In Mexiko ist es nun aber fast unausweichlich, dass Lewis Hamilton den Titel auch rechnerisch klar macht. Der Brite benötigt lediglich einen siebten Platz.

    Natürlich würde der künftige Fünffach-Champion das Meisterstück gerne mit seinem 72. Rennsieg perfekt machen. Doch nach der Leistung in Texas wird das Rennen im Land der Azteken und Maya sicherlich kein Selbstläufer. Während Mercedes mit erhöhtem Reifenverschleiß kämpfte, fand Ferrari endlich wieder zu alter Form zurück. Sebastian Vettel würde seinem Rivalen sicher gerne in die Suppe spucken und damit die eigenen Patzer der letzten Rennen vergessen machen.

    Aber auch Red Bull darf nicht unterschätzt werden. Max Verstappen hat mit seiner Aufholjagd von Startplatz 18 bis auf Rang 2 schon angedeutet, zu was der RB14 im Rennen fähig ist. Und Mexiko sollte dem Rennwagen wegen der dünnen Höhenluft deutlich besser liegen. Hier kann das Newey-Auto seinen Abtriebsvorteil voll zur Geltung bringen, ohne dass der Nachteil beim Luftwiderstand zu schwer wiegt. Ein Verstappen-Sieg bei gleichzeitigem Hamilton-Titelgewinn kommt Ihnen irgendwie bekannt vor? Richtig, genau diese Konstellation hatten wir schon vor 12 Monaten in Mexiko.

    Einen genaueren Blick müssen die Teams allerdings auf die Wetterprognose werfen. Wie schon in Austin sind vor allem am Freitag und Samstag wieder Schauer vorhergesagt. Besonders bei Ferrari hätte man gerne konstant trockene Bedingungen. Erstens, weil Mercedes bei Nässe unschlagbar scheint und zweitens, weil die Ingenieure gerne Daten zum neuen Unterboden und den Bargeboards sammeln würden, die in Austin nach dem Training wieder eingepackt werden mussten.


    Die Strecke – Autodromo Hermanos Rodriguez

    Pirelli bringt den Hypersoft-Reifen nach Mexiko. Sorgt das in Sachen Strategie für mehr Würze?

    Schon seit der Einweihung im Jahr 1959 werden im Magdalena Mixhuca Park in Mexiko City Autorennen gefahren. Seit 1979 heißt der Kurs Autodromo Hermanos Rodriguez, benannt nach den Rennfahrer-Brüdern Pedro und Ricardo Rodriguez. Die Strecke ist zwar noch am gleichen Ort, hat aber ihr Layout mehrmals geändert. Bei der aktuellen Variante fehlt die legendäre Peraltada-Kurve – eine überhöhte 180°-Kehre am Ende der Runde.

    Dafür hat die Strecke mit dem von Hermann Tilke im Jahr 2015 durchgeführten Umbau ein neues Markenzeichen bekommen. Kurz vor dem Abbiegen auf die Zielgerade müssen die Autos durch ein ehemaliges Baseballstadion. Von den Tribünen schauen mehr als 20.000 Zuschauer auf das Geschehen. Auch die 1,314 Kilometer lange Gerade gehört zu den einmaligen Streckenabschnitten. Vor Kurve 1 haben die Autos mehr als 360 km/h drauf.

    Das Layout ist ansonsten abwechslungsreich. Es gibt viele langsame Ecken, aber auch einige schnelle Kurven. Vor allem das schnelle Geschlängel zwischen den beiden stadion-ähnlichen Sektionen bereitet den Piloten Freude. Etwas ganz Besonderes sind die Podiumszeremonien nach dem Rennen. Sie werden nicht wie sonst an der Zielgerade durchgeführt, sondern vor allen Fans im großen Baseball-Stadion.


    Fast Facts zum GP Mexiko:

    • Streckenlänge: 4,304 km
    • Anzahl der Runden: 71
    • Gesamtdistanz: 305,345 km
    • Distanz von Pole bis T1: 890 Meter
    • Länge Boxengasse: 377 Meter
    • DRS-Zonen: auf der Zielgerade und auf der Gerade vor T4
    • Top-Speed: 362 km/h
    • Bremsbelastung: hoch
    • Reifenverschleiß: mittel
    • Motorbelastung: hoch
    • Spritverbrauch: niedrig
    • Reifenmischungen: Hypersoft / Ultrasoft / Supersoft

    Beim GP USA könnte Lewis Hamilton den Titel bereits vorzeitig klarmachen. Oder startet Sebastian Vettel in Austin doch noch die große Aufholjagd? In der Vorschau haben wir die letzten Infos.


    Bei 67 Punkten Vorsprung und noch vier ausstehenden Rennen könnte es Lewis Hamilton in Austin eigentlich gemütlich angehen lassen. Der Brite muss nicht mehr gewinnen. Regelmäßige Podiumsplätze würden bereits zum Titelgewinn reichen. Aber wenn er die Meisterschaft schon beim GP USA feiern will, dann sollte schon ein Sieg her. Für die Titelparty in Texas müsste der Mercedes-Pilot acht Punkte mehr sammeln als Vettel. Will der Heppenheimer nicht endgültig aus dem Kampf um die Meisterschaft ausscheiden, ist also mindestens ein zweiter Platz nötig.

    Austin ist für Hamilton ein gutes Pflaster. Schon 2015 krönte er sich hier im direkten Duell mit Nico Rosberg zum Champion. Es war damals sein dritter Titel. Vier Mal in Folge siegte der Weltmeister hier zuletzt. Und So wie es nach der Sommerpause für Hamilton läuft, glaubt wohl keiner mehr an die große Wende. Seit dem GP Italien hat der WM-Spitzenreiter keine Niederlage mehr gegen Vettel kassiert Vettel. In Russland und Japan gab es zuletzt sogar Mercedes-Doppelsiege. Ein weiterer in Austin, und die Titelfrage wäre beantwortet.

    Auch wenn die Luft im WM-Kampf raus ist, so gab es zuletzt doch stets unterhaltsame Rennen. Hätte sich Ferrari nicht an Max Verstappen die Autos demoliert, hätte es sicher noch interessanter werden können. Für Vettel ist es wichtig, vor dem Saisonende noch einmal ein Ausrufezeichen zu setzen. Es lohnt sich also auf jeden Fall, zur Primetime am Sonntag um 20.10 Uhr den Fernseher einzuschalten, wenn in Austin die Lichter der Startampel ausgehen.

    Vielleicht sorgt ja auch das Wetter noch für zusätzliche Aktion. An allen Tagen des Wochenendes sind Schauer über Texas vorhergesagt bei Höchsttemperaturen von gerade einmal 20°C. Für das Qualifying müssen Sie wie schon im Vorjahr etwas länger wach bleiben. Der Kampf um die besten Startplätze beginnt am Samstag erst um 23.00 Uhr.


    Die Strecke: Circuit of the Americas


    Der Circuit of the Americas ist von den Zahlen her eine eher durchschnittliche Rennstrecke. Eine Runde ist 5,513 Kilometer lang und besteht aus 20 Kurven – davon 11 links und 9 rechts herum. Gefahren wird gegen den Uhrzeigersinn. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt rund 200 km/h, der Top-Speed liegt bei ca. 320 km/h. Doch die Zahlen erzählen aber nur die halbe Wahrheit.


    http://Mehr als einen Stopp können wir in Austin nicht erwarten.

    Die von Hermann Tilke entworfene Texas-Achterbahn ist mit ihren vielen schnellen Kurven eine besondere Herausforderung für die Fahrer. Vor allem das Geschlängel im ersten Sektor, das an Suzuka oder Silverstone erinnert, hat es in sich. Austin hat aber auch langsame Passagen zu bieten – vor allem im hinteren Streckenteil. Hier gibt es mehr Kurven unter 100 km/h als in Ungarn. Dazu eine lange Gerade – gleichzeitig DRS-Zone – von einem Kilometer Länge mit einer perfekten Überholmöglichkeit am Ende. Ein weiteres Mal dürfen die Fahrer DRS auf der Start-Ziel-Gerade einsetzen.

    Die extremen Tempounterschiede zwischen den einzelnen Streckenteilen sind aber nur eine Herausforderung. Besonders eindringlich bleibt der Circuit of the Americas wohl wegen der markanten Höhenunterschiede in Erinnerung. Nach dem Motto „Klotzen statt Kleckern“ wurden in der platten Wüste mehrere Hügel aufgeschüttet. Vor allem die Anfahrt auf Kurve 1 ist spektakulär. Hier geht es eine „Wand“ bis auf 41 Meter Höhe hinauf. Brems- und Einlenkpunkte sind in den vielen blinden Kurven nicht einfach zu finden.


    Fast Facts zum GP USA:


    • Streckenlänge: 5,513 km
    • Rundenzahl: 56
    • Renndistanz: 308,405 km
    • Anzahl Kurven: 20 (11L / 9R)
    • DRS-Zonen: 2 (T11-T12 / T20-T1)
    • Entfernung von Pole Position bis Kurve 1: 363,5 Meter
    • Länge der Boxengasse: 415 Meter
    • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 60%
    • Reifenmischungen: ultrasoft / supersoft / soft
    • Reifenverschleiß: gering
    • Spritverbrauch: mittel
    • Bremsbelastung: mittel
    • Motorbelastung: hoch

    Nach den Niederlagen in Singapur und Russland ist der WM-Zug für Vettel schon so gut wie abgefahren. Ferrari braucht einen Sieg vor allem für die Moral. Doch nach Mercedes scheint nun auch noch Red Bull vorbeizuziehen. In der Suzuka-Vorschau haben wir die letzten Infos.


    Schon seit 1987 werden auf dem 5,807 Kilometer langen Kurs südlich von Suzuka Formel-1-Rennen ausgetragen. Seitdem hat die schnelle Strecke mit ihrem charakteristischen Achter-Layout bei Fans und Fahrern viele Anhänger gefunden. Fließende Kurvenkombinationen, enge Schikanen und Haarnadeln sowie lange Vollgaspassagen sorgen für eine aufregende Mischung.

    Fehler verzeiht der Kurs nicht. Im Gegensatz zu den vielen neueren Retortenkursen lauern hier noch echte Kiesbetten jenseits der Kerbs und keine asphaltierten Auslaufzonen in der Größe von Supermarktparkplätzen. Die vielen anspruchsvollen Passagen verlangen von den Fahrern somit stets volle Konzentration.

    In den S-Kurven zu Beginn der Runde muss die Linie bei jedem der 6 Richtungswechsel perfekt passen. Auch die beiden Degner-Kurven (T8 & T9) sorgen traditionell für viel Action und einige spektakuläre Ausritte. In der schnellen 130R-Kurve bekommen die Piloten dagegen nur noch selten Schweißausbrüche. Dank gestiegenem Abtrieb ist der Vollgas-Knick nicht mehr die große Herausforderung, die er früher einmal war.

    Fast Facts:

    • Streckenlänge: 5,807 km
    • Rundenanzahl: 53 Runden
    • Gesamtdistanz: 307,471 km
    • Rundenrekord: 1:31.540 Min. – Kimi Räikkönen (2005)
    • Distanz Pole Position bis T1: 405 Meter
    • Reifen: Supersoft / Soft / Medium
    • Reifenverschleiß: hoch
    • Spritverbrauch: medium
    • Bremsenbelastung: niedrig
    • Top-Speed: 313 km/h
    • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 50 %
    • Boxenstopp-Zeitverlust: 22 Sekunden

    Nach der Niederlage in Singapur muss Sebastian Vettel beim GP Russland unbedingt Punkte auf Lewis Hamilton aufholen. Sonst droht der WM-Zug abzufahren. In der Vorschau haben wir die letzten Infos zum Rennen in Sotschi.


    „Wir selbst sind unser größter Gegner“, hatte Sebastian Vettel vor dem Nachtrennen in Singapur prophetisch erklärt. Und er sollte Recht behalten. Ferrari stellte sich – vor allem im Qualifying – wieder einmal selbst ein Bein. Nicht zum ersten Mal in der Saison. Fehler vom Team wechseln sich mit Patzern der Fahrer in schöner Regelmäßigkeit ab. Dabei wäre das Auto selbst im Vergleich zum Mercedes absolut konkurrenzfähig.

    Die Folge der Pannenserie: Vettels Rückstand zu Lewis Hamilton ist vor dem GP Russland bereits auf 40 Zähler angewachsen. Bei nur noch 6 Rennen muss nun schon alles perfekt laufen, will Vettel das Defizit bis Abu Dhabi noch wettmachen. Doch Sotschi galt bislang nicht gerade als Ferrari-Terrain. Seitdem der Olympia-Kurs 2014 in den Kalender aufgenommen wurde, hat Mercedes hier immer gewonnen.

    In der Theorie sollte die Piste mit ihren vielen rechtwinkligen Kurven den roten Autos aber gut schmecken. Doch das dachte man von Singapur auch und dann fuhr Hamilton plötzlich alles in Grund und Boden. Immerhin scheint das Wetter die Aufgabe nicht unnötig zu verkomplizieren. Für die Stadt an der Schwarzmeerküste sind an allen Tagen des Rennwochenendes trockene Bedingungen bei moderaten Höchsttemperaturen von 25°C vorhergesagt.

    Die Strecke: Sochi Autodrom

    Mit 5,853 Kilometern ist der Kurs im olympischen Park nach Spa, Silverstone und Baku der viertlängste im Kalender. Die Piloten passieren über 12 Links- und 6 Rechtskurven diverse olympische Arenen, umrunden den Platz mit der großen Fackel und kommen auch am imposanten Olympiastadion vorbei, das im Sommer als Austragungsstätte für Spiele der Fußball-WM diente. Teilweise geht es über öffentliche Wege, weshalb das Grip-Niveau vor allem zu Beginn des Wochenendes stets zu Wünschen übrig lässt.

    Die Piloten kreiseln im Uhrzeigersinn. Dass trotzdem die rechte Seite des Nackens besonders belastet wird, liegt an der langgezogenen Omega-Kurve (Turn 3), die am Ausgang mit knapp 300 km/h durchfahren wird. Hier herrschen hohe Fliehkräfte über mehr als 6 Sekunden. Die ersten vier Rennen haben gezeigt, dass Überholen in Sotschi nicht einfach ist. Die besten Chancen zum Angriff gibt es am Ende der Zielgeraden vor Kurve 2. Auf der Anfahrt werden Top-Speeds von 343 km/h erreicht.


    Fast Facts zum GP Russland:

    • Streckenlänge: 5,858 km
    • Rundenzahl: 53
    • Renndistanz: 309,745 km
    • Rundenrekord (Rennen): 1:36.844 Min. (Kimi Räikkönen, 2017)
    • Anzahl Kurven: 18 (12 rechts / 6 links)
    • Top-Speed: 343 km/h
    • Distanz Start bis erster Bremspunkt: 1.029,5 Meter
    • Länge Boxengasse: 419 Meter (Zeitverlust: ca. 21s)
    • Reifenverschleiß: niedrig
    • Reifensorten: Hypersoft / Ultrasoft / Soft
    • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 75 Prozent (3/4)

    Nach der Niederlage in Monza muss Sebastian Vettel den Rückstand auf Lewis Hamilton beim GP Singapur unbedingt verringern. Unterstützung für den Heppenheimer könnte von Red Bull kommen.


    Mit dem Grand Prix von Singapur beginnt für die zehn Formel-1-Teams das große Überseefinale. Sieben Rennen außerhalb des europäischen Kontinents müssen in gut 2 Monaten die Entscheidung im Meisterschaftskampf bringen. Letztes Jahr trennten Hamilton und Vettel zu diesem Zeitpunkt der Saison nur 3 Pünktchen. 12 Monate später hat sich der Heppenheimer ein 30-Punkte-Loch gebuddelt. Das heißt: Die Aufholjagd muss jetzt starten.

    Für Ferrari kommt der kurvige Stadtkurs gerade recht. In Singapur kämpfte Mercedes schon häufiger mit Problemen. Doch das hatte man auch im Vorjahr gedacht. Und dann kam kurz vor dem Start der Regen, die beiden Ferrari kollidierten mit Max Verstappen, und Lewis Hamilton stand am Ende auf der obersten Stufe des Podiums. Das darf aus Ferrari-Sicht in diesem Jahr nicht noch einmal passieren. Vielleicht kann auch Red Bull in den Kampf um die Podiumsplätze eingreifen. Auf dem Papier bietet das Singapur-Layout von allen Strecken der zweiten Saisonhälfte die besten Erfolgsaussichten für Verstappen und Ricciardo.

    In Singapur kann alles passieren. Unter Flutlicht ist Action garantiert. Und vielleicht kreuzt ja zufällig auch wieder eines der täglichen Tropen-Gewitter genau zur Rennzeit auf. Formel-1-Fans sollten den Start auf keinen Fall verschlafen. Im Gegensatz zu den üblichen Europarennen gehen die Lichter der Startampel in Singapur schon eine Stunde früher – um 14.10 Uhr deutscher Zeit – aus.

    Die Strecke: Marina Bay Street Circuit

    Der 5,063 Kilometer lange Kurs im Stadtteil Marina Bay führt die Piloten zu 70 Prozent über öffentliche Straßen. Auch wenn jedes Jahr immer wieder einige Passagen neu asphaltiert werden, befindet sich der Griplevel stets am unteren Rand der Skala. Die regelmäßigen Regengüsse verhindern zudem, dass sich eine klebrige Gummischicht auf der Ideallinie bilden kann.

    Die vielen Bodenwellen machen den Ritt durch den Leitplankendschungel für die Piloten zur Tortur. Als wären Temperaturen von über 30°C und eine Luftfeuchtigkeit auf Sauna-Niveau nicht schon anstrengend genug. Viele Stellen zum Ausruhen gibt es auf dem winkligen Stadtkurs nicht. 23 Kurven sind Rekord im Kalender. Und jeder kleine Fehler kann in der Bande enden.

    Bei einer Rennzeit von fast zwei Stunden muss die Kondition passen. Sonst sinkt die Konzentration in den letzten Runden. Viele Fahrer bezeichnen den GP Singapur als das körperlich anstrengendste aller Rennen. Die Fehlerrate ist hier traditionell hoch. Viele Überholmanöver bekommen die Fans nicht zu sehen. Trotz zweier DRS-Zonen (Zielgerade & Passage T5-T7) ist das Attackieren des Vordermanns immer recht schwierig.

    Fast Facts zum GP Singapur

    • Streckenlänge: 5,063 Kilometer
    • Anzahl Runden: 61
    • Renndistanz: 308,843
    • Rundenrekord (Rennen): Lewis Hamilton, 1:45.008 Min (2017)
    • Distanz von Pole Position bis T1: 301 Meter
    • Längste Gerade: 832 Meter (vor T7)
    • Vollgasanteil: 49 Prozent
    • Reifensorten: Hypersoft / Ultrasoft / Supersoft
    • Reifenverschleiß: gering
    • Bremsenverschleiß: hoch
    • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: hoch (10 von 10 Rennen)