E-Sport: Professionelles SimRacing als Motorsport-Disziplin anerkannt

Der Deutsche Motor Sport Bund e. V. hat auf seiner Sitzung Anfang Oktober beschlossen, dass SimRacing als offizielle Motorsport-Disziplin anerkannt wird und stellt damit die Weichen für eine Professionalisierung und erfolgreiche Zukunft des virtuellen Rennfahrens auf PC und Konsolen.

"Die Darstellung der Rennstrecken und die Einstellungsmöglichkeiten der Fahrzeuge sind so realistisch, dass viele Motorsportler SimRacing längst als Trainingsmöglichkeit und zur Vorbereitung etwa auf unbekannte Rennstrecken nutzen", weiß Dr. Gerd Ennser, Präsidiumsmitglied des DMSB der künftig auch verantwortlich für SimRacing sein wird, um den kostengünstigen Einstieg in den Motorsport.

Doch wo verläuft die Grenze zwischen Spaß haben und Auto- und Motorradrennen auf PC, PS4, Xbox One spielen und Simracing? Der DSMB unterscheidet klar zwischen professionellem SimRacing und den Gaming-Varianten für Smartphones (Mobile Gaming) und Spielekonsolen (Casual Gaming). Gaming wird dabei als Freizeitaktivität definiert, während für ernsthaftes SimRacing neben Lenkrad, Gaspedal und Bremse sowohl sportliches Training als auch Sportstrukturen erforderlich sind.

"Wer mit anderen nicht nur ein bisschen 'zocken' möchte, sondern sich ernsthaft auf SimRacing-Wettbewerbe einlässt, wird schnell merken, dass klare Regeln, neutrale Sportwarte und technische Standards sinnvoll und notwendig sind", so Enser. Der DMSB verfügt mit derzeit rund 3.000 ehrenamtlichen Sportwarten bereits über bewährte Strukturen. Das DMSB-Präsidium hat nun eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die dafür sorgen soll, dass realer und simulierter Sport noch näher zusammenrücken. Im Idealfall sollen künftig zum Beispiel Rennleiter und Sportkommissare ihre Erfahrungen auch im Bereich SimRacing einbringen.

Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung von Rennsport-Simulationen für Schulungszwecke. So könnten die Simulationen künftig ein wichtiger Baustein des realen Motorsports sein und Regeländerungen zunächst im Simulator erprobt werden, bevor sie den Weg auf die Rennstrecke finden. "Da bieten sich für die Motorsportszene ganz neue Möglichkeiten. Wir könnten mithilfe der SimRacing-Experten zum Beispiel die Videosequenzen unseres E-Learnings zum Erwerb der Nordschleifen-Lizenz überarbeiten und sie viel rascher als mit gestellten Szenen an aktuelle Erfordernisse anpassen. Auf der anderen Seite könnte das E-Learning ein schneller und kostengünstiger Weg sein, um einen Lizenzlehrgang für das SimRacing zu etablieren."

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